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Warum wird eine Dickdarmspiegelung durchgeführt?
Eine Darmspiegelung kann angezeigt sein bei anhaltenden oder wiederkehrenden Bauchbeschwerden, chronischem Durchfall oder Verstopfung, Blut im Stuhl, unklarer Blutarmut oder bei Verdacht auf Entzündungen, Polypen, Tumoren oder andere Veränderungen im Dickdarm. Sie wird auch zur Vorsorge (Darmkrebsfrüherkennung) empfohlen ab dem 50. Lebensjahr oder ggf. früher bei familiärer Darmkrebsbelastung.
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Ablauf der Dickdarmspiegelung
Die Darmspiegelung wird mit einem flexiblen Schlauch (Koloskop) durchgeführt, an dessen Ende sich eine Kamera und eine Lichtquelle befinden. Über eine Venenkanüle erhalten Sie ein Schlafmittel (Propofol), sodass die Untersuchung schmerzfrei ist. Während der Untersuchung werden Blutdruck, Puls und Sauerstoffgehalt überwacht. Sie liegen auf der Seite, während das Koloskop vorsichtig durch den After in den Dickdarm vorgeschoben wird. Mit der Kamera kann die Schleimhaut beurteilt und krankhafte Veränderungen erkannt werden. Bei Bedarf können kleine Gewebeproben entnommen, Polypen entfernt oder Blutungen behandelt werden. Die eigentliche Untersuchung dauert meist rund 30 Minuten, der gesamte Aufenthalt inklusive Vorbereitung und Erholung etwa 1,5 bis 2 Stunden.
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Vorbereitung
Für eine erfolgreiche Untersuchung muss der Darm vollständig gereinigt sein. Dazu erhalten Sie spezielle Abführmittel sowie Anweisungen, welche Lebensmittel Sie in den Tagen vor der Untersuchung zu sich nehmen dürfen. Für die Untersuchung müssen Sie nüchtern sein. Klare Flüssigkeit bis 2h vor der Untersuchung ist erlaubt. Falls Sie blutverdünnende Medikamente einnehmen oder an Diabetes leiden, besprechen Sie die notwendigen Vorbereitungen bitte im Voraus mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt.
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Nach der Untersuchung
Direkt nach der Koloskopie werden Sie kurz überwacht, bis die Sedierung nachlässt. Ein Völlegefühl oder leichte Bauchkrämpfe durch die während der Untersuchung eingebrachte Luft sind möglich. Essen, Trinken und die Einnahme von Medikamenten sind in der Regel sofort nach der Untersuchung möglich, sofern keine besonderen Empfehlungen vorliegen. Falls Gewebeproben entnommen wurden, treffen die Ergebnisse zeitverzögert ein. Bei einem relevanten auffälligen Befund, werden wir Sie direkt informieren. Nach einer Untersuchung unter Schlafmittel (Propofol) dürfen Sie für 12 Stunden kein Fahrzeug führen.
